Kamerun fordert die Fifa heraus

Der Einteiler-Streit zwischen der Fifa und Kamerun geht in die nächste Runde. Nachdem die Fifa-Berufungskommission das umstrittene Trikot-Urteil inklusive einer Sechs-Punkte-Strafe für die WM-Qualifikation bestätigt hat, ziehen die "unbezähmbaren Löwen" nun vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne.

Kameruner Fußballer beim Afrika-Cup in Tunesien: "Eine Farce"

Mainz - Anwalt Reinhard Stünkel, der die Interessen des Verbandes von Kamerun vertritt, am Samstag im ZDF-Sportstudio bestätigte den Schritt. Gleichzeitig formulierte der Jurist herbe Kritik am Verfahren der Fifa-Berufungskommission. Die Anwesenden hätten die Ausführungen überhaupt nicht interessiert, zudem sei kein Zeuge gehört worden. "Das war eine Farce. So stelle ich mir das Gerichtsverfahren in totalitären Staaten vor", meinte Stünkel, der Kamerun nach dem abgewiesenen Einspruch auch vor dem CAS vertreten soll. Der CAS soll die Fifa-Entscheidung vor der am 4. Juni beginnenden WM-Qualifikation, in der Kamerun auf Libyen, die Elfenbeinküste, Benin, Sudan und Ägypten trifft, aussetzen.

Die Disziplinarkommission der Fifa hatte in erster Instanz am 16. April die Punktstrafe zuzüglich einer Geldbuße von 200.000 Schweizer Franken gegen Kamerun verhängt, weil die Afrikaner im Afrika-Cup-Viertelfinale in einem Einteiler aufgelaufen waren. Die Ausnahmegenehmigung der Fifa bezog sich nur auf die drei Vorrundenspiele. In der Runde der letzten Acht hätte Kamerun wieder mit herkömmlichen Trikots auflaufen müssen. Der Weltverband hatte nach Angaben von Fifa-Präsident Joseph Blatter den Olympiasieger von 2000 sogar in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass eine Zuwiderhandlung eine drakonische Strafe nach sich ziehen würde.

Die deutsche Ausrüster-Firma Puma, die den Dress entworfen hatte, hatte unlängst sogar eine Zivilklage gegen die Fifa vor dem Landgericht Nürnberg angekündigt.

Coach Schäfer vermutet eine Retourkutsche seitens der Fifa gegen seinen Verband. Der Kameruner Issa Hayatou, der Präsident der afrikanischen Konföderation, zählt zu den härtesten Kritikern von Fifa-Boss Blatter, gegen den er unter anderem vor zwei Jahren bei der Wahl für das Amt des Fifa-Präsidenten angetreten war. Zudem, so Schäfer, tobe im Hintergrund ein Kampf der Sportartikel-Hersteller. Jener Einteiler sei vom Herzogenauracher Unternehmen Puma gefertigt worden. Die Fifa kooperiere jedoch mit dem Konkurrenten adidas.

AFP